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Witterungsbedingter Anstieg des Energieverbrauchs


Erdgas und Steinkohle legen am meisten zu: CO2-Ausstoß steigt

 

Diagramm AGEB: Witterungsbedingter Anstieg des Energieverbrauchs

 

Der langanhaltende Winter und der kühle Witterungsverlauf im Frühjahr haben für einen kräftigen Anstieg des Energieverbrauchs in Deutschland gesorgt. Nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) stieg der Verbrauch in den ersten drei Monaten um insgesamt 3,4 % auf 3860 Petajoule (PJ) oder 131,8 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE). Der wachsende Energiebedarf wurde überwiegend mit konventionellen Energieträgern gedeckt.

Besonders stark stieg der Erdgasverbrauch mit 8,7 %. Die kalte Witterung sorgte beim Einsatz von Erdgas zur Wärmeerzeugung und in KWK- Prozessen für einen Anstieg des Verbrauchs um mehr als ein Viertel gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Noch deutlicher nahm der Verbrauch von Steinkohle zu: er lag um 10,5 % über dem Vorjahreszeitraum. Grund hierfür ist die preisgünstige Verfügbarkeit: So nutzte gemäß einer Meldung der SZ vom 10. Juni 2013 zum Erscheinen eines neuen Sonderberichts der Internationalen Energieagentur (IEA) Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern RWE wegen niedriger Weltmarktpreise verstärkt Kohle zur Stromproduktion. Während Deutschland dem Bericht zufolge seinen Kohlendioxid-Ausstoß 2012 um 2,2 % erhöht hat, stieg er bei RWE um 10 %.

Der Verbrauch an Braunkohle verminderte sich durch die Stilllegung von Altanlagen in der Stromerzeugung um 2,6 %. Infolge höherer Wirkungsgrade der in Betrieb genommenen Neuanlagen blieb die Stromerzeugung aus Braunkohle trotz eines geringeren Brennstoffeinsatzes auf dem Niveau des Vorjahres.

Der Mineralölverbrauch verminderte sich insgesamt um knapp 1 %. Dem weiter rückläufigen Verbrauch an Ottokraftstoffen standen ein höherer Absatz an Dieselkraftstoff sowie ein witterungsbedingt höherer Heizölverbrauch gegenüber. Die Kernenergie leistete mit einem leichten Minus von 0,3% einen stabilen Beitrag zur Energiebilanz der ersten drei Monate.

Die Nutzung erneuerbarer Energien stieg aufgrund höherer Beiträge der Biomasse um 2 %. Auch der Beitrag der Wasserkraft (ohne Pumpspeicher) verzeichnete einen leichten Zuwachs. Die Beiträge der Windenergie und der Photovoltaik jedoch blieben witterungsbedingt deutlich unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

 


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