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Weltweiter Energiebedarf soll 2030 ein Plateau erreichen


Der Energiebedarf wird ab 2030 ein Plateau erreichen, das aus der höheren Energieeffizienz und der breiteren Elektrizitätsanwendung resultiert. Die Energieversorgung durchläuft eine rasche Dekarbonisierung, sodass die erneuerbaren Energien 2050 beinahe die Hälfte des Energiemixes ausmachen werden, wobei jedoch Gas die größte Energiequelle darstellen wird.

 

 

Dies sind die wesentlichen Erkenntnisse des ersten Energy Transition Outlook (Energiewende-Ausblick), den die norwegische DNV GL herausgegeben hat und der die Energiezukunft der Welt bis zur Mitte dieses Jahrhunderts skizziert. Das Unternehmen versteht sich als spezialisierter Dienstleister für Qualitätssicherung und Risikomanagement, das der Öl- und Gasindustrie, der Energiewirtschaft und der Schifffahrtsindustrie Zertifizierungs- und unabhängige Beratungsdienstleistungen anbietet.
Energiebedarf und die CO2-Emissionen entwickelten sich in der Vergangenheit weitgehend parallel zum BIP und zum Bevölkerungswachstum; diese Bindung löst sich jedoch auf. Die Elektrifizierung, insbesondere mit dem Anstieg der erneuerbaren Energien, verändert die Art und Weise, wie Energie produziert und konsumiert wird. Während die Weltwirtschaft und die Weltbevölkerung leicht ansteigen werden, wird der Energiebedarf abflachen und die CO2-Emissionen werden stark sinken.
„Als Unternehmen sind wir den radikalen Veränderungen, die sämtliche Teile der Energie-Wertschöpfungskette betreffen, stark ausgesetzt. Es ist für unsere Kunden und uns selbst von größter Bedeutung, dass wir die Art und das Tempo dieser Veränderungen verstehen“, so Remi Eriksen, Präsident und CEO von DNV GL. „Die tiefgreifende Veränderung, die in unserem Bericht erklärt wird, hat sowohl für etablierte als auch neue Energieunternehmen bedeutsame Auswirkungen. Letztlich werden die Fähigkeit zur Innovation und die Bereitschaft zu raschem Agieren bestimmen, wer in der Lage sein wird, in dieser völlig neuen Energielandschaft konkurrenzfähig zu bleiben.“
DNV GL prognostiziert, dass sich erneuerbare Energien und fossile Brennstoffe im Energiemix 2050 beinahe die Waage halten werden. Die Windkraft und die Photovoltaik werden den kontinuierlichen Anstieg der erneuerbaren Energien antreiben, während das Gas dabei ist, das Öl 2034 als größte Energiequelle zu ersetzen. Das Öl verliert als Wärme- und Kraftquelle an Bedeutung: Zwischen 2020 und 2028 wird seine Nutzung abflachen und anschließend rapide sinken, da Elektrofahrzeuge an Dynamik zulegen. Die Nutzung von Kohle hat bereits ihren Zenit überschritten.
 Die globale Energiewende wird keinen bedeutenden Anstieg der jährlichen Gesamtenergieausgaben nach sich ziehen und ein direkter Vergleich zeigt, dass Energie global weniger als 3 % des weltweiten BIP kosten wird, im Vergleich zu derzeit 5 %. Die Kosten der Photovoltaik und der Windenergie werden aufgrund der Verdoppelung ihrer Kapazitäten um 18 % bzw. 16 % sinken. Obwohl die Öl- und Gasindustrie eindrucksvoll auf das niedrigere Preisumfeld reagiert haben, werden die erneuerbaren Energien ihr Preis-Leistungsverhältnis viel schneller verbessern, da sie vom Lernkurveneffekt profitieren. Elektrofahrzeuge werden 2022 die Kostenparität mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor erreichen und im Jahr 2033 wird es sich bei der Hälfte der weltweit verkauften neuen PKW und leichten Nutzfahrzeuge um Elektrofahrzeuge handeln.
Trotz der größeren Effizienz und der geringeren Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen deutet der Energiewendeausblick darauf hin, dass sich die Erde um 2,5 Grad erwärmen und somit das Ziel des Pariser Klimaabkommens von 2015 nicht eingehalten wird.
 „Trotz des abflachenden Energiebedarfs und der Halbierung der Emissionen deutet unser Modell noch immer auf eine signifikante Überschreitung des 2 Grad-CO2-Fußabdrucks hin. Dies sollte ein Alarmsignal für die Regierung und Entscheidungsträger der Energiewirtschaft sein. Die Branche hat bereits mutige Schritte gesetzt, muss jetzt aber noch energischer voranschreiten“, sagt Eriksen. 

Der Energiewende-Ausblick wird ergänzt von drei branchenspezifischen Zusatzberichten. Diese beiden Zusatzberichte zur Öl- und Gasbranche und zu Erneuerbaren Energien sowie Strom- und Energienutzung werden in Kürze herausgegeben. Ein Bericht zur maritimen Wirtschaft wird Ende des Jahres erscheinen. Jeder dieser Berichte untersucht auf eingehende Weise branchenspezifische Folgen der Energiewende und gibt den Branchen Hinweise darauf, wo die zukünftigen Herausforderungen und Chancen liegen.
Den gesamten Energiewende-Ausblick 2017 sowie eine Kurzfassung des Dokuments finden Sie hier: https://eto.dnvgl.com

 


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