"Marshall-Plan" für deutsche Autos
Nach drei Monaten aufgeregter Diskussionen zieht die Deutsche Umwelthilfe eine nüchterne Zwischenbilanz der Klimaschutzpolitik im Straßenverkehr. Fast in Vergessenheit geraten seien, so die Organisation, dass verbindliche es eine Vereinbarung gab, die schon im kommenden Jahr eingelöst werden sollte: Im Verbund mit dem europäischen Herstellerverband ACEA hat sich die deutsche Autoindustrie gegenüber der EU-Kommission verpflichtet, den Ausstoß des Klimagifts CO2 ihrer neu zugelassenen Pkw auf durchschnittlich 140 Gramm pro Kilometer (g CO2/km) abzusenken. Aktuell stagniert der Wert für deutsche Neuwagen aber bei 172,5 g CO2/km so die Deutsche Umwelthilfe.
(2006).
Die Organisation zieht daraus den Schluss, dass die verbindlichen Klimaschutz-Zusagen für 2008 ohne Hilfestellung von außen nicht erreicht werden. Die DUH hat deshalb in den vergangenen Wochen einen "Marshallplan" für die deutsche Automobilindustrie erarbeitet, mit dem die Branche sofort und in ungewohnter Weise beschleunigen kann: Richtung Sprit-Effizienz. Mit einer Reihe erprobter und im In- und Ausland bewährter rechtlicher Instrumente und Finanzanreize für den Verbraucher, mit "kreativen Aktionen" und schließlich einer aussagekräftigen Kennzeichnung von Spritfressern will die DUH ihren Beitrag zur Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit und langfristigen Wirtschaftskraft deutscher Autobauer leisten. Der "Marshallplan" soll den Autobauern ermöglichen, ihre Zusagen einzuhalten und gleichzeitig den Herausforderungen des künftigen Weltmarkts gerecht zu werden.
