MAN setzt auf LPG für Schiffsmotoren
Mit den neuen Vorschriften für Schiffstreibstoffe ist die Verwendung von Flüssiggas (LPG - Propan und Butan) als Treibstoff für Schiffsantriebe einen Schritt nähergekommen. MAN Diesel & Turbo steht mit einem geeigneten Motor bereit. LPG wird seit vielen Jahren in der Automobilindustrie als Kraftstoff genutzt und kann jetzt mit dem neuen Motor ME-GI auch für Schiffsantriebe eingesetzt werden. LPG (flüssiges Propan- oder Butangas) ist eine Mischung aus Kohlenwasserstoffgasen, die als Brennstoff in Heizgeräten und Fahrzeugen genutzt wird, während LNG (Liquefied Natural Gas/flüssiges Erdgas) Erdgas ist, das vorübergehend in flüssigen Zustand versetzt wird, um die Lagerung und den Transport zu erleichtern.
Die Verwendung von LPG als Kraftstoffquelle für den Zweitaktmotor ME-GI bietet dieselben Emissionsvorteile wie LNG, mit dem sich die Emissionen im Vergleich mit MDO erheblich verringern lassen. Dementsprechend gibt es sehr gute Umweltgründe, diesen Kraftstoff in Küsten- und Binnengewässern zu verwenden. Das GI-System ist auch für die ME-B-Motoren mit kleiner Bohrung einsetzbar, die sich für kleinere Tanker, Frachter Container- und Ro-Ro-Schiffe eignen. Wegen der allgemeinen Notwendigkeit, die CO2-Emissionen zu verringern, wurde in manchen Regionen und insbesondere im Mittelmeerraum beobachtet, dass viel Verkehr von der Straße auf Schiffsrouten verlagert wurde. Es wird damit gerechnet, dass sich dieser Trend fortsetzt, weil der Seetransport weniger CO2-Verschmutzung verursacht als Lastwagen und Züge. Dieser Vorteil lässt sich noch steigern, wenn man Gas als Kraftstoff nutzt. Auch, wenn die Bemühungen um LNG als "Kraftstoff der Zukunft" auf Hochtouren laufen, so ist doch die Bereitstellung von Bunkereinrichtungen, die aus kleinen LNG-Terminals und einem Netzwerk aus LNG-Versorgungsschiffen bestehen, kostspielig und zeitaufwendig und wird darüber hinaus von Sicherheitsbedenken und öffentlichen Diskussionen begleitet. Dazu komt, dass derzeit nur wenige Länder, zum Beispiel Norwegen, über ein LNG-Netzwerk verfügen, das die allgemeine Verwendung von Gas als Schiffskraftstoff ermöglicht. Aber solange sich kein realistischer Preis für LNG bildet, steht dessen verbreitete Nutzung – einer Pressemitteilung des Unternehmens zufolge – nicht unmittelbar bevor.
LPG als Alternative
Ein Liefernetzwerk für LPG herzustellen, ist viel einfacher, weil LPG-Terminals weniger kostspielig sind und schon deshalb weniger Sicherheitsbedenken verursachen, weil LPG seit langer Zeit genutzt wird. Ältere LPG-Tanker könnten als Bunkerstationen genutzt werden, denn sie alle haben Verflüssigungsanlagen an Bord, deren Betrieb im Vergleich mit Verflüssigungssystemen für LNG weniger teuer sind. Darüber hinaus ist es unkompliziert, LPG von einem Schiff auf ein anderes umzuladen; es ist eine realistische Perspektive, LPG von einem LPG-Tanker zu bunkern. Einige Generatoren von MAN Diesel & Turbo laufen heute schon mit LPG an Bord von LPG-Tankern.