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LPG-Odorierung in Mosambik


Eine transportable Odorieranlage versetzt LPG ohne Einsatz von elektrischen Bauteilen mit Geruchsstoffen – zu Wasser und zu Land. Eine Spezielle Offshore-Lackierung verhindert Korrosion

 

Da die Anlage auch an Bord eines Schiffes eingesetzt werden sollte, musste sie zunächst zum Schutz vor Spritzwasser und aufs Deck schlagenden Wellen in einen Edelstahlschrank integriert werden. Um dessen Korrosionsbeständigkeit zu erhöhen, wurde er zusätzlich mit einer Offshore-Lackierung versehen. (Foto: Lewa)

Die Dosierung des zugeführten Geruchsstoffes erfolgt dabei über ein mechanisch voreingestelltes Nadelventil mit fester Dosierrate zum durchfließenden LPG, sodass keine elektronische Steuerung. (Foto: Lewa)

 

In Raffinerien und an Verladeterminals müssen weitgehend geruchlose Gase wie LPG (Liquefied Petroleum Gas) aus Sicherheitsgründen mit Odorstoffen versehen werden, um undichte Stellen an Rohren und Anlagen per Geruch feststellen zu können. Diese Aufgabe übernehmen sogenannte Odoriersysteme: Durch Beimischung von schwefelhaltigen Stoffen wird das Gas für den menschlichen Geruchssinn sofort deutlich wahrnehmbar.

Weltweit wird immer mehr Erdöl und Erdgas unter zunehmend extremeren Bedingungen gefördert: zum Beispiel auf hoher See oder im vereisten Polarmeer. Sämtliche Anlagen, die an der Förderung beteiligt sind, müssen daher speziell für die widrigen Bedingungen vor Ort konstruiert sein. Dies gilt auch für Odoriersysteme

Für sein Verladeterminal an der südostafrikanischen Küste in Mosambik benötigte ein internationaler Konzern ein Odoriersystem, das sowohl auf See als auch am Terminal an Land eingesetzt werden kann. Da auf den Schiffen am Aufstellungsort der Odorieranlage kein Strom zur Verfügung steht, musste eine Lösung ohne elektrische Komponenten gefunden werden. Spritzwasser durch starken Wellengang und kondensiertes Meerwasser in der Luft lassen Anlagen schnell korrodieren, sodass hier ein besonderer Schutz erforderlich war. Zur Vermeidung von umständlichen Ab- und Aufbauarbeiten bei einem Ortswechsel musste außerdem eine transportable Lösung gefunden werden.

Mit der LEWA GmbH wurde dabei ein langjähriger Experte für Pumpen und Pumpensysteme beauftragt, der unterschiedlichste Odorieranlagen nach Maß fertigt. Für den Einsatz vor der Küste versah das Leonberger Unternehmen die Anlage mit einer Offshore-Lackierung gegen Korrosion und verbaute gleichzeitig die stromfreie PKH Druckluftpumpe. Damit das System durch einen Kran auch einfach transportiert werden konnte, integrierte LEWA die Anlage außerdem in einen Käfig.

„Als wir den speziellen Auftrag erhielten, ein Odoriersystem für den Betrieb an Land und auf See zu liefern, mussten wir zuerst die unterschiedlichen Faktoren erwägen, die für so einen Einsatz relevant sind“, berichtet Walter Richter, Head of Sales Odorization & Gas Distribution von der in Leonberg ansässigen LEWA GmbH. „Im Mittelpunkt standen dabei vor allem die Widerstandsfähigkeit gegenüber Meerwasser, die Möglichkeit eines einfachen Transports der Anlage sowie der stromfreie Betrieb des Systems.“ Da die Anlage auch an Bord eines Schiffes eingesetzt werden sollte, musste sie zunächst zum Schutz vor Spritzwasser und aufs Deck schlagenden Wellen in einen Edelstahlschrank integriert werden. Um dessen Korrosionsbeständigkeit zu erhöhen, wurde er zusätzlich mit einer Offshore-Lackierung versehen. Da die Anlage auch bei geöffneten Türen vor dem Salzwasser geschützt sein sollte, wurden die eingebaute Pumpe und die Auffangwanne ebenfalls mit diesem Lack überzogen.

 

PKH Druckluftpumpe arbeitet auch ohne Strom

„Bedingt durch die Tatsache, dass am Aufstellungsort auf dem Schiffsdeck kein elektrischer Strom zur Verfügung steht, mussten wir ein System ohne stromabhängige Komponenten erarbeiten“, so Richter. „Dies schlug sich vor allem in der Wahl der Pumpe sowie der Art der Dosierung nieder.“ Mit der PKH Druckluftpumpe wurde ein rein pneumatisches Aggregat verbaut, das für einen vor Ort benötigten Gasstrom von 500 m3 pro Stunde bei 30 bar ausgelegt ist. Die Dosierung des zugeführten Geruchsstoffes erfolgt dabei über ein mechanisch voreingestelltes Drosselventil mit fester Dosierrate zum durchfließenden LPG, sodass keine elektronische Steuerung notwendig ist.

Zur Odorierung wird in dieser Anlage der gängige Zusatzstoff Ethylmercaptan verwendet. „Bei LPG ist diese chemische Verbindung dem alternativen THT (Tetrahydrothiophen) vorzuziehen, da sich dieses mit dem Flüssiggas nur unzureichend vermischt“, erläutert Richter. Der Vorratsbehälter für das Odormittel umfasst dabei 200 l und kann zur Befüllung durch eine zusätzliche Hebevorrichtung aus dem Schrank heraus- und wieder hineingehoben werden.

 

Hebekäfig ermöglicht Wechsel des Betriebsstandorts

Aufgrund der Anforderung des Kunden, dass die Anlage nicht nur auf See, sondern wechselweise auch in einem Terminal an Land eingesetzt werden kann, wurde zusätzlich ein Hebekäfig um das Odorierungssystem herum montiert. Dies erleichtert den Transport der Anlage enorm, da für die Bewegung durch einen Kran weder ein Zerlegen noch ein umständliches Verpacken erforderlich ist. „Insgesamt ist das System damit flexibel einsetzbar und unabhängig sowie gleichzeitig geschützt vor widrigen Einflüssen wie Seewasser. Zusätzlich wurde die Anlage auch nach dem gängigen internationalen Standard ASME zertifiziert“, resümiert Richter. Das Odoriersystem soll noch Mitte dieses Jahres installiert werden.

www.lewa.de

 

 

 


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