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Im Osten nichts Neues


Wer sich heuer zur AMI nach Leipzig aufmachte, um sich zum Thema Autogas zu informieren, wurde enttäuscht. Mit Landirenzo, Prins und BRC fehlten Global Player der Branche und selbst KME, im letzten Jahr noch präsent, blieb der Messe fern. So konnten Messebesucher sich zwar nicht umfassend über den führenden Alternativantrieb Autogas informieren, doch Interessierte fanden auf den Ständen von Vialle, ICOM und dem Newcomer Twintec einige technische "Schmankerl" im Bereich der Flüssigeinspritzung von Autogas. Sonst aber galt unisono: Im Osten nichts Neues. Nicht nur aus der Sicht der LPG-interessierten macht es da wirklich Sinn, die AMI ab sofort nur noch alle zwei Jahre stattfinden zu lassen.

 

 

Erstmals präsentierte TWINTEC, ein in Königswinter ansässiges Unternehmen, das in den Markt für Autogasanlagen eingestiegen ist, mit TWINfuel ein neues Produkt. Nach zweieinhalbjähriger Entwicklungszeit und umfangreichen absolvierten Testkilometern wird die Anlage wohl in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen. TWINTEC, eigentlich spezialisiert auf Maßnahmen zur Abgasnachbehandlung, bedient sich bei TWINfuel der Flüssigeinspritzung von Autogas, ähnlich wie Vialle und ICOM. Homologiert wurden zunächst Gasanlagen für die Saugrohreinspritzer aus dem VAG-Konzern, die Entwicklung für Direkteinspritzer-Motoren ist noch nicht abgeschlossen. Pressesprecher Michael Raschke: "Damit rechnen wir frühestens Ende 2011." Die Entwickler aus Königswinter haben es sich zum Ziel gesetzt, möglichst alle Anlagen mit der ECE R 115 zu homologieren. Der Vertrieb erfolgt über ein eigenes Netz von Werkstätten, das sich gerade im Aufbau befindet. Da die Rheinländer große Ketten mit ihren Partikelfiltern beliefern, hoffen sie, über diesen Weg natürlich auch mit den Gaskomponenten einen Fuß in die Tür zu bekommen. Erste Fahrzeuge, unter anderem ein umgerüsteter VW-Golf Plus, konnten bereits präsentiert werden. Technisch gab es erwartungsgemäß keine großen Überraschungen, die TWINfuel-Lösung machte aber einen soliden, ausgereiften Eindruck. Wie sie sich allerdings in der Praxis bewährt, müssen künftige Tests erst noch beweisen.

Vialle stellte seine Direkteinspritzer-Lösung, die Vialle LPdi, vor und konnte sich erwartungsgemäß über mangelndes Publikumsinteresse nicht beklagen. Vialle-Chef Peter Rutten hatte die AMI kurzerhand zur Chefsache erklärt und stand vor Ort Rede und Antwort. Bezüglich der Nachfragen nach den in die Kritik geratenen Vialle-Homologationen hatte man eigens eine Erklärung vorbereitet, die den von Vialle beschrittenen Weg aufzeigt: "Der TÜV Hessen hat uns deshalb empfohlen, für alle LPG-Systeme, die in Fahrzeuge eingebaut werden, welche über die unter Punkt 6. genannte Abgasgenehmigung (EUR05 bzw. EUR06) erstmals in den Verkehr gekommen sind (Erstzulassung), stets einen Muster-Prüfbericht "in Anlehnung nach ECE-R 115" erstellen zu lassen. Der vorgenannte Muster-Prüfbericht enthält alle Angaben und Anlagen, die auch vom Kraftfahrt-Bundesamt für die Erteilung einer Genehmigung nach ECE-R115 gefordert werden. Auf der Basis von diesem Muster-Prüfbericht werden dann die Einzel-Bestätigungen (Fahrzeug-Ident-Nr. bezogen) zur Begutachtung nach §21 StVZO (gemäß Punkt 1.) erstellt." Wenn dann eine Erteilung der ECE 115 möglich ist, hat im Prüfbericht nur eine kleine Änderung zu erfolgen, heißt es weiter. Diese Sicht der Dinge wurde vom TÜV-Hessen überprüft und bestätigt.

ICOM-Importeur Konrad Fisahn konnte ebenfalls Fortschritte im Bereich der Direkteinspritzertechnik vermelden und stellte unter anderem einen VW EOS vor, der zu Fahrversuchen bereit stand und monovalent mit LPG zu betreiben war. Erste Anlagen mit dieser Technik können auch bei ihm bestellt werden.

Um der Chronistenpflicht genüge zu leisten: OMVL, A.F.T.-Gasantriebe und das Autohaus Gülden waren ebenfalls auf der AMI in Sachen Autogas vertreten. Selbst bei den OEM blieben die großen Überraschungen aus. Die "üblichen Verdächtigen" wie Ford, Opel, VW, Subaru und Chevrolet zeigten ihre LPG-Modelle wie selbstverständlich. Autogas hat sich hier schon längst zum Selbstläufer entwickelt.

 


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