Feuer und Flamme für Olympia
50 Jahre Olympische Spiele in München – dieses Jubiläum ist auch für die Tyczka Unternehmensgruppe ein Grund zu feiern. Denn ihre Ingenieure waren es, welche damals die Stadionfackel entwickelten und die Handfackeln mit Gastechnik ausstatteten.
Am 26. April 1966 verkündete Georg Brauchle, Bürgermeister der Stadt München mit dem Ressort Sport, die sensationellen Nachrichten: Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg sollten die Olympischen Spiele wieder in Deutschland ausgetragen werden. Auch Dr. Hans-Wolfgang Tyczka, Inhaber der Tyczka Unternehmensgruppe, hörte die Neuigkeiten im Radio und reagierte sofort. Er griff zum Telefon und leitete alles Nötige in die Wege, um die Entwicklung und Lieferung des Olympischen Feuers als Mäzen übernehmen zu können.
Dass damit viel Arbeit auf sie zukommen würde, war allen Beteiligten bereits zu diesem Zeitpunkt bewusst. Es ging ja nicht nur um die Entwicklung der Fackeln, sondern auch um deren Wartung und die kontinuierliche Versorgung mit Flüssiggas. Damit sich die Techniker vollkommen auf die gestellten Anforderungen konzentrieren konnten, wurde die Olympiagas GmbH gegründet – damals im Joint Venture mit der Gloria Gas München.
Diese Maßnahme erwies sich als richtiger Schritt. Nicht nur die damaligen Stadion- und Handfackeln wurden erfolgreich entwickelt, auch noch Jahrzehnte später kamen die Tyczka-Fackeln bei gesellschaftlichen und sportlichen Ereignissen auf der ganzen Welt zum Einsatz.
Am 2. September dieses Jahres hatte die historische Original-Handfackel ihren letzten Auftritt – und der war etwas ganz Besonderes: Noch einmal wurde sie mit dem Originalfeuer von 1972 entzündet. Möglich war dieser einzigartige Moment nur, weil vor 50 Jahren Herr Samuel einen Funken der olympischen Flamme abzweigte und ihn seitdem bei sich zuhause am Brennen hielt. Nach seinem Tod entschied seine Familie nun anlässlich des Jubiläums der Olympischen Spiele, das letzte Feuer von 1972 in einer kleinen Zeremonie im Olympiapark München ausgehen zu lassen. Mit der ikonischen Kulisse des Olympiastadions im Hintergrund wurde vor Vertretern der Presse und des IOC sowie im Beisein der Familien Samuel und Tyczka die Fackel entzündet, die dann langsam erlosch.
Welchen bleibenden Eindruck die Spiele von 1972 bei Dr. Tyczka hinterlassen haben und was ihn dazu bewegt hat, die olympische Flamme zu entwickeln, berichtet er in folgendem Interview.
FLÜSSIGGAS: Herr Dr. Tyczka, wie sind Sie damals auf die Idee gekommen, dass Tyczka das Olympische Feuer für die Spiele 1972 entwickeln soll?
Dr. Tyczka: Generell ist es für jedes Land eine große Ehre, die Olympischen Spiele austragen zu dürfen und das Feuer ist ein Sinnbild für die Werte, für die die Spiele stehen. Als ich damals im Radio hörte, dass die Spiele 1972 nach München kommen, stand es für mich außer Frage, dass auch wir unseren Beitrag zum Gelingen der Olympiade leisten werden und dass die Flamme von Tyczka geliefert werden sollte – und so kam es ja dann auch.
FLÜSSIGGAS: Was machte die Fackel so besonders?
Dr. Tyczka: Die Stadionfackel in München als auch die Handfackeln mussten eine Reihe an Anforderungen erfüllen, für die unsere Techniker erst einmal Lösungen finden mussten; so sollte zum Beispiel die Stadionfackel im Fernsehen farblich gut zu erkennen sein und die Handfackeln mussten auch bei schwierigen Wetterbedingungen zuverlässig funktionieren. Zudem war der Einsatz von Flüssiggas für das Olympische Feuer ein völlig neuer Denkansatz.
FLÜSSIGGAS: Würden Sie die Fackel auch heute noch mit Flüssiggas betreiben?
Dr. Tyczka: Flüssiggas ist ein zentraler Pfeiler der Tyczka Unternehmensgruppe, doch ebenso wichtig ist es für uns auch, in nachhaltigere Energien zu investieren und weiterhin innovativ zu bleiben. Wasserstoff ist das häufigste Element im Universum und bereits heute ein emissionsfreier Energieträger und essenzieller Baustein für eine Energiewende. Deswegen würde eine mit Wasserstoff betriebene Olympische Fackel sehr gut zu den Anforderungen der heutigen Zeit passen. Zudem sind wir mit unserer 2021 gegründeten Tyczka Hydrogen GmbH bestens dafür aufgestellt.
FLÜSSIGGAS: Sie waren selbst bei den Olympischen Spielen 1972 vor Ort? Gibt es etwas, woran Sie sich besonders gerne erinnern?
Dr. Tyczka: Es gibt so viele Momente, an die ich mich gerne zurückerinnere. So habe ich die Fackelläufer damals selbst an der österreichisch-ungarischen Grenze empfangen und auf dem restlichen Weg bis nach München begleitet. Ein kleiner Ehrenhalt beim Hauptsitz der Tyczka Unternehmensgruppe in Geretsried durfte dabei natürlich nicht fehlen. Die Atmosphäre im Stadion selbst lässt sich allerdings kaum in Worte fassen. Es war wirklich unbeschreiblich. Zumal ich nicht nur stolz darauf war, dass die Olympischen Spiele wieder in Deutschland stattfanden, sondern auch darauf, dass wir als Unternehmen über die Bereitstellung des olympischen Feuers hieran mitwirken durften. Kurzum, es war ein wirklich einzigartiges Erlebnis, an das ich immer wieder gerne denke.


