EU-Kommission veröffentlicht Strategiepapier: Alternative Kraftstoffe im Verkehr
Über 500 000 Fahrzeuge fahren in Deutschland mit Autogas, dazu addieren sich ca. 80 000 erdgasbetriebene Fahrzeuge sowie rund 7000 Elektro-Autos und sonstige alternative Antriebe. Doch die bisher realisierten Zulassungszahlen werden nicht genügen, um die Klimaschutzziele der EU zu erreichen.
Die Europäische Kommission spricht daher in einem Legislativvorschlag zu einer „Richtlinie über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe“ konkrete Empfehlungen aus, wie durch einen allumfassenden Kraftstoff-Mix die Energieversorgung des Verkehrs gewährleistet sowie die Abhängigkeit von Erdöleinfuhren verringert werden kann.
Flüssiggas erscheint in der Auflistung des alternativen Kraftstoff-Mix gleich zu Beginn (Kap. 2.1), worin ein klares Bekenntnis zu Autogas als alternativem Kraftstoff erkennbar wird. Als großen Vorteil von Autogas erkennt die EU-Kommission das Vorhandensein einer ausgereiften Infrastruktur an. Von den vom europäischen Flüssiggasverband AEGPL genannten 40 000 Tankstellen, sind über 6500 in Deutschland. Dieses flächendeckende LPG-Versorgungsnetz existiert aufgrund umfangreicher Investitionen der Flüssiggas-Wirtschaft und ermöglicht, dass die definierten Klimaschutzziele nicht erst in ferner Zukunft, sondern bereits heute umgesetzt werden können.
Hier hebt sich LPG ganz klar von den anderen aufgeführten Alternativkraftstoffen ab, zu denen die EU-Kommission keine Aussage bezüglich Kosten oder Finanzierungsvorschläge für den Ausbau einer Infrastruktur macht. Diese Einschätzung teilt laut Presseverlautbarung des DVFG auch die Expertengruppe EEGFTF der Europäischen Kommission, die sich mit den zukünftigen Kraftstoffen für den Verkehr beschäftigte. Sie sieht das Potenzial von Autogas bis 2020 bei 10%.
DVFG hat die Hausaufgaben gemacht
Auch bei einer weiteren Empfehlung der EU-Kommission können die Mitgliedsunternehmen des DVFG schon jetzt Ergebnisse vorweisen: Im Kapitel 3.4 der Mitteilung empfiehlt die Kommission, die Kraftstoff-Prioritätensetzung anhand einer „Well-to-wheels analysis“ (WTW) vorzunehmen. Dabei werden die gesamten anfallenden CO2-Emissionen der Bereitstellung eines Kraftstoffs addiert: Angefangen bei seiner Förderung über die Aufarbeitung und den Transport zur Zapfsäule bis in den Tank des Fahrzeuges. Im Auftrag des DVFG hat die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes 2012 eine Studie unter dem Titel „Well-to-Wheel-Analysen von Gasfahrzeugen“ ausgearbeitet. Hier wurde der positive Nutzen von Autogas gegenüber Benzin überzeugend belegt. Die ganzheitliche Betrachtung zeigt, dass Autogas im Vergleich zu Benzin den CO2-Ausstoß um 26,8 g CO2/km reduziert. Außerdem setzt Autogas im Vergleich zu herkömmlichen Kraftstoffen signifikant weniger Schadstoffe wie Feinstaub oder Stickoxide frei.
Doch selbst in der für Autogas nicht so günstigen Tank-to-Wheel-Betrachtung – bei der lediglich der CO2-Ausstoß durch die Kraftstoffverbrennung im Motor angegeben wird – bestätigt sich die Effizienz von Autogas. Eine solche TTW-Betrachtung findet sich im „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch“, der im Auftrag des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) und des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller e.V. (VDIK) gemeinsam herausgegeben wurde. Hier beweist LPG seine Position als Alternativkraftstoff Nr.1: Von den zehn sparsamsten PKW-Modellen mit Gasantrieb werden sieben mit Autogas betrieben.
Verbraucher votieren pro Autogas
Steht die Entscheidung an, welcher alternative Kraftstoff in Frage kommt, entscheiden Autofahrer sich seit Jahren immer zahlreicher für Autogas. Dafür wird entweder der eigene Wagen in einer Fachwerkstatt umgerüstet, oder eines der über 90 angebotenen Autogasmodelle ab Werk gekauft. Laut einer ADAC Autogas-Umfrage aus 2012 ist die überwiegende Mehrheit mit Autogas zufrieden und würde sich auch zukünftig wieder für ein Autogasfahrzeug entscheiden. Die Anzahl der Autogas-Fahrzeuge auf deutschen Straßen belegt diesen Trend.
Insofern ist es für den Deutschen Verband Flüssiggas e.V. (DVFG) schwer verständlich, warum die EU-Kommission in dem Legislativvorschlag nur ein geringes Entwicklungspotenzial für Flüssiggas (LPG) sieht und es als Nischenprodukt herausstellt (Kap. 2.1). Dieser nicht nachvollziehbaren Kategorisierung lassen sich die vorgenannten Fakten entgegensetzen: LPG ist aktuell der meistgenutzte und am weitesten verbreitete Alternativkraftstoff. Hier sollte die EU-Kommission das Potenzial von Flüssiggas (LPG) anerkennen und entsprechend nachbessern.
(Quelle: DVFG e.V., Berlin)
