Energieverbrauch sinkt 2011 kräftig
Nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) wird der Energieverbrauch in diesem Jahr um rund
5 % zurückgehen und voraussichtlich nur 13 411 Petajoule (PJ) bzw. 457,6 Mio. Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE) betragen.
Den größten Einfluss auf die Verbrauchsentwicklung hatte im abgelaufenen Jahr die milde Witterung, was den Bedarf an Wärmeenergie deutlich verminderte. Weiterer wesentlicher Einflussfaktor waren 2011 die hohen Energiepreise. Ein zusätzlicher statistischer Effekt ergibt sich aus dem Rückgang der Kernenergie und dem Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sowie Kraftwerken mit hoher Effizienz. Bereinigt um Temperatureffekte wäre der Energieverbrauch 2011 nur um 1 % gesunken. Infolge des rückläufigen Energieverbrauchs vermindern sich die energiebedingten CO2-Emissionen um mehr als 3 %. Bereinigt um den Temperatureffekt wäre der CO2-Ausstoß um etwa 1 % gestiegen.
Energiemix verändert sich
Die 2010 und 2011 verabschiedeten energiepolitischen Beschlüsse zur Förderung der erneuerbaren Energien und zum Ausstieg aus der Kernenergie schlagen sich in der Primärenergiebilanz des abgelaufenen Jahres in Form leicht geänderter Anteile nieder. Allerdings haben auch Witterung und Bestandseffekte Einfluss auf die Struktur des Primär-
energieverbrauchs. Wichtigster Energieträger bleibt auch 2011 das Mineralöl mit einem Anteil von 33,8 %. Es folgt das Erdgas, dessen Anteil leicht auf 20,6 % zurückgeht. Die Steinkohle erhöht ihren Beitrag zum Energiemix auf 12,6 % und die Braunkohle kommt auf einen Anteil von
11,7 %. Die Kernenergie vermindert sich auf 8,8 %. Die Erneuerbaren erhöhen ihren Beitrag zum Energiemix auf 10,8 %. Auf sonstige Energieträger und den Stromaustauschsaldo entfallen 1,7 %.