Die Olympiafackel von Peking erlischt - die von München brennt weiter
Die Geschichte von Franz Samuel aus Hohenschäftlarn, der seit 36 Jahren das Olympische Feuer in seinem Haus hütet, brachte vor kurzem zwei begeisterte "Olympioniken" zusammen. Dr. Hans-Wolfgang Tyczka, der Initiator der Olympischen Fackel von 1972, die durch Flüssiggas gespeist wurde, besuchte Familie Samuel, um deren umfangreiche Olympia-Sammlung zu würdigen.
Samuel, 1972 schon während des olympischen Fackellaufs von der olympischen Atmosphäre angesteckt, hatte die Idee, zusammen mit seinem Sohn bei der Fackelübergabe beim Sportverein Ebenhausen die Olympische Flamme "anzuzapfen". Für diesen Zweck hatte er eine Wehrmachtslampe im Gepäck.
Der Coup gelang: nach der Fackelübergabe konnte Samuel seine Laterne mit dem olympischen Feuer entzünden. Damit konnte die Familie zurecht stolz darauf sein, dass zu Hause das olympische Feuer bereits brannte, bevor Helmut Zahn es offiziell entzündete. Bis heute hat Franz Samuel diese Flamme gehütet und versichert glaubhaft, dass das Feuer - nach dem Prinzip des Ewigen Lichts der Katholischen Kirche - mit Rapsöl gespeist, in dieser Zeit nie ausgegangen ist.
Dr. Hans-Wolfgang Tyczka hatte eine der 6.000 Handfackeln im Gepäck, die in seinem Unternehmen eigens für den Fackellauf von Athen bis München entwickelt wurden, um sie zusammen mit Samuel nochmals mit der olympischen Flamme zu entzünden.
Die damals vom Geretsrieder Gasversorger Tyczka gegründete Firma Olympiagas entwickelte, lieferte und sponserte die mit Flüssiggas betriebenen Stadionfeuer in München, Augsburg und Kiel sowie die Flüssiggastechnik von 6.000 Handfackeln. Außerdem betreute das Flüssiggasunternehmen den olympischen Fackellauf über 6.000 Kilometer von Olympia/Griechen-land bis zu den deutschen Sportstätten.
Wenn am Sonntag in Peking das olympische Feuer erlischt, wird es im bayerischen Oberland weiterbrennen. Ist das schon der Vorbote der olympischen Winterspiele 2018 in München?
Dr. H.-W. Tyczka: "Wir werden die Olympiabewerbung nach Kräften unterstützen und wollen mit innovativen Ideen das Feuer entzünden und am Brennen halten."
