Deutscher Verband Flüssiggas (DVFG e.V.) verstärkt die Lobbyarbeit
Lobbying als gezielte Information von relevanten Akteuren ist ein bewährtes Instrument der Öffentlichkeitsarbeit von Verbänden und, wie der Parlamentarische Staatssekretär beim BM für Wirtschaft und Technologie, Hans-Joachim Otto, anlässlich seines Vortrags zur DVFG-Frühjahrstagung im Mai 2010 betonte, vonseiten der Politik ausdrücklich gewünscht.
Einer Pressemeldung zufolge beabsichtigen der DVFG e.V. und der Bundesverband Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen e.V. (BGA) in der politischen Arbeit stärker zusammenzuarbeiten. Der DVFG ist seit vielen Jahren Mitglied im BGA, der als Spitzenverband rund 70 Branchen- und Regionalverbände unterstützt und vertritt. Dazu Rainer Scharr als Vorsitzender des FA Politik und Strategie: „Um die politische Arbeit des DVFG weiter zu intensivieren, haben die zuständigen Gremien beschlossen, zukünftig noch enger zusammenzuarbeiten und den Wissenstransfer zwischen den beiden Verbänden zu intensivieren. Der BGA wird den DVFG auch mit seinen exzellenten Kontakten in die Politik und die Verwaltung unterstützen“, so die Erwartungen an den Schulterschluss.
Im Fokus des gemeinsamen Interesses steht die Mobilitäts- und Kraft- stoffstrategie (MKS) der Bundesregierung, die noch in diesem Jahr verabschiedet werden soll. „DVFG, UNITI und MWV planen mit Unterstützung des BGA sowie anderer Verbände und Unternehmen eine Initiative für Autogas, um den Stellenwert von Autogas als führenden Alternativkraftstoff zu unterstreichen. Dies gilt auch für die Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie der Bundesregierung, in der Autogas nicht fehlen darf. Wir sind mit den drei genannten Verbänden in den Beratungen zur MKS dabei und bringen unsere Ideen und Vorschläge ein“, erläutert Scharr den Stand der strategischen Zusammenarbeit.
Obwohl die Well-to-Wheel (WTW)-Studie der HTW des Saarlandes die CO2-Einsparmöglichkeiten von Autogas auf wissenschaftlicher Basis belegt, ist das Potenzial von Autogas längst nicht allen Entscheidungs- trägern bewusst, denn: In vielen Bereichen zieht man bei der Bewertung der Umweltverträglichkeit, auch wegen der einfacheren Erklärbarkeit und Vergleichbarkeit, derzeit noch eine Tank-to-Wheel-Betrachtung heran. So kommt man bei der Bewertung der Elektromobilität auf einen Schadstoff- ausstoß von null, da die Emissionen bei der Energieerzeugung in den Kraftwerken nicht eingerechnet werden. Tatsächlich wird man der „Null“ erst in ferner Zukunft nahekommen, wenn die gesamte Energieproduktion umgestellt ist und ohne Ausstoß von CO2 und anderen Schadstoffen abläuft. „Bei einer ganzheitlichen Sicht ist eine Well-to-Wheel-Betrachtung der richtige Ansatz“, so Scharr, „diese ist aber viel komplexer und entsprechend schwerer zu vermitteln.“