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Cyanobakterien als Treibstoff-Fabriken?


Cyanobakterien machen gewöhnlich im Sommer auf sich aufmerksam,

 

 

dann überziehen die gemeinhin als „Blaualgen“ bezeichneten Mikroben nährstoffreiche Seen mit unappetitlichen Teppichen. Doch die Berliner Biotechnologie-Firma Cyano
Biofuels hat die grün schimmernden Bakterien als effiziente Hersteller von Bio­treibstoff für sich entdeckt. Cyanobakterien betreiben Photosynthese, das heißt, sie verwandeln Sonnenlicht und Kohlendioxid in energiereiche Zucker. Diese können in einem nächsten Schritt zu Ethanol verarbeitet werden. Die Berliner Forscher haben durch molekulare Tricks die beiden Schritte verknüpft und die Cyanobakterien zu besonders ergiebigen Ethanol-Fabriken gemacht. Noch in diesem Jahr sollen die besten Produktionsstämme aus Berlin
den Praxistest in riesigen Tanks in einer Pilotanlage in Texas bestehen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt die Forscher im Rahmen der Systembiologie-Initiative FORSYS.

Cyanobakterien haben für die Ethanolproduktion gegenüber klassischen Energiepflanzen wie Mais, Raps oder Zuckerrohr entscheidende Vorteile: Sie betreiben um ein Vielfaches schneller Photosynthese. Außerdem sind die Blaualgen sehr robust und können auch in Salzwasser wachsen. Somit genügt den Biotechnologen später einmal  der Zugang zum Meerwasser, um ihre Einzeller in geschlossenen Tanks zu kultivieren. Solche Tanks können auch in unwirtlichen Gegenden mit viel Sonne aufgebaut werden, ohne dass sie mit landwirtschaftlichen Nutzflächen konkurrieren müssten. Noch dazu vermehren sich die Cyanobakterien recht langsam und sondern ein Leben lang Ethanol einfach in die sie umgebende Nährlösung ab. In Tanks entsteht also kaum Zellmüll und Biomasse. Das erleichtert eine kontinuierliche Kultur der Mikroben für die spätere industrielle Nutzung.

 


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