Crash-Sensor: Für das Glück im Unglück
Wer den Fond seines Wohnmobils oder seinen Wohnwagen auch während der Fahrt wohlig warm heizen möchte, muss einige Dinge zwingend beachten: Die eingebaute Gasregelanlage muss zum einen über einen sogenannten Crash-Sensor und zum anderen über eine Schlauchleitung mit Schlauchbruchsicherung verfügen, damit sie auch unterwegs betrieben werden kann. Diese Komponenten sperren im Falle eines Aufpralls – etwa bei einem Unfall – den Gasfluss zuverlässig ab, sodass unverbranntes Gas nicht unkontrolliert entweichen und im schlimmsten Fall eine Explosion verursachen kann. Sie sind notwendig, um die eigene Sicherheit und die der anderen zu gewährleisten und deshalb auch vom Gesetzgeber klar vorgeschrieben.
Entwickelt wurde der sogenannte Crash-Sensor von der unterfränkischen Firma GOK, die ihn jahrelang für das Unternehmen Truma herstellte. Nach Beendigung dieser Partnerschaft entwickelt, fertigt und vertreibt ihn GOK nun als Teil der eigenen Caramatic-Serie, die sämtliche Komponenten für eine sichere Gasversorgung in Freizeitfahrzeugen zwischen Gas-flasche und angeschlossenem Gasgerät umfasst. Der GOK Crash-Sensor ist integraler Bestandteil der Gasregelanlagen Caramatic DriveOne (für Einflaschenanlagen) und Caramatic DriveTwo (für Zwei flaschenanlagen).
Funktionsweise
Als fest verbaute Komponente der Regelanlagen Caramatic Drive-One und DriveTwo ist der Crash-Sensor optimal auf diese abgestimmt. Da GOK ausschließlich selbst und in Deutschland – am Standort Marktbreit in Unterfranken – produziert, kann das Unternehmen hohe Standards bei der Qualitätskontrolle garantieren. Gerade die Crash-Sensoren werden Stück für Stück noch einmal geprüft, bevor sie das Haus verlassen. Ihr Funktionsprinzip ist einfach: Ein Metallstift wird von einer frei beweglichen Kugel in Stellung gehalten, sodass das Gas auch während der Fahrt durch den Regler hindurchströmen kann. Bei einem Aufprall bewegt sich die Kugel und der Metallstift springt autisch in die „Geschlossen“-Stellung: Der Gasdurchfluss ist nun unterbrochen. Es reichen in der Regel bereits Erschütterungen, wie sie bei einem Aufprall bei 15 bis 20 km/h entstehen, um den Crash-Sensor auszulösen. Zum Entriegeln betätigt man von außen einen Druckschalter, der die Kugel wieder in die entsprechende Lage bringt.
Sicherheit im Doppelpack
Regelanlagen mit von GOK hergestellten Crash-Sensoren sorgen seit vielen Jahren zuverlässig für Sicherheit auf den Straßen. Das liegt auch daran, dass sie neben dem Crash-Sensor die Hochdruck-Schlauchleitung Caramatic ConnectDrive mit integrierter Schlauchbruchsicherung enthalten. Diese Sicherheitseinrichtung sorgt ebenfalls dafür, dass im Schadensfall kein Gas ausströmen kann: Reißt die Schlauchleitung ab oder bildet sich ein massives Leck, erkennt das die Schlauchbruchsicherung und sperrt augenblicklich den Gasdurchfluss direkt an der Gasflasche ab. Dank der länderspezifischen Anschlussoptionen kann die Caramatic ConnectDrive europa-weit auch mit ausländischen Gasflaschen betrieben werden. Durch den Einsatz dieser beiden Sicherheitseinrichtungen lässt sich das Gefahrenpotenzial bei einem Unfall klar minimieren. Komplettiert wird die Anlage durch den Gasfilter Caramatic ConnectClean, der die Gasinstallation sowie angeschlossene Gasgeräte zuverlässig vor Verschmutzungen und daraus resultierenden Fehlfunktionen schützt.
Austauschfrist abgelaufen?
Wer bereits in der Vergangenheit eine Gasregelanlage wie die Mono- oder DuoControl-Komponente des Herstellers Truma mit einem Crash-Sensor verbaut hat, tut gut daran, diese auf ihre Austauschfrist zu prüfen. Denn für Verschleißteile wie Gasdruckregelanlagen und Schlauchleitungen gilt die übliche Vorgabe, dass sie nach spätestens zehn Jahren ausgetauscht werden müssen. Sowohl in puncto Um- und Einbau wie auch finanziell verursacht der Austausch mit einer Caramatic DriveOne oder Drive Two hier am wenigsten Aufwand: Da das Einbaumaß identisch ist, spart sich der Betreiber einen zeit- und kostenintensiven Umbau. Auch ein eventuell genutztes Eis-Ex oder eine Fernanzeige können nahtlos weiterbetrieben und müssen nicht ersetzt werden. Die Caramatic-Anlagen sind jeweils für 30 oder 50 mbar sowie für eine vertikale oder horizontale Montage verfügbar.
Die Forderung nach den Sicherheitseinrichtungen Crash Sensor und Schlauchbruchsicherung ist europaweit einheitlich geregelt. Und zwar in der DIN EN 1949:2013-05 „Festlegungen für die Installation von Flüssiggasanlagen in bewohnbaren Freizeitfahrzeugen und zu Wohnzwecken in anderen Fahrzeugen“. Im Wortlaut steht darin: „Wenn vorgesehen ist, dass ein Heizsystem oder ein anderes Gerät während der Fahrt ge-nutzt werden soll, muss eine Einrichtung vorhanden sein, die den unkontrollierten Austritt von Flüssiggas aufgrund eines unfallbedingten Abrisses (gemäß der Europäischen Richtli-nie 2006/119/EG) verhindert.“
Das vor allem durch die Gasprüfungen bei Campern besser bekannte Arbeitsblatt G 607 (A) des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) weist explizit auf eben jenen Abschnitt 6.1.3 der europäischen Norm hin.



