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Mit dem Segen von ganz oben: Vom Erdöl zum Flüssiggas


Die Benediktinerabtei Rohr im Landkreis Kelheim (Niederbayern) setzt zukünftig auf Energieeffizienz und Klimaschutz: Am 3. Juni hat Abtpräses Barnabas Bögle das neue Blockheizkraftwerk der Bayernwerk Natur GmbH gesegnet. Dieses moderne, flüssiggasbetriebene Minikraftwerk wird das Kloster künftig mit klimafreundlicher Strom- und Wärmeenergie versorgen – zum Schutz der Schöpfung sowie zur Kosteneinsparung.

 

Das neue BHKW steht im ehemaligen Heizkeller. Nach der Segnung: Pater Markus, Abtpräses Barnabas Bögle, Pater Franz und Bayernwerk-Natur-Geschäftsführer Franco Gola (v.l.n r.). (Foto: Michael Bartels / Bayernwerk)

 

Der Erdaushub für den unterirdischen Flüssiggastank. Mit der Einlagerung des erdgedeckten Tanks wurde ein Tiefbau-unternehmen aus der Region beauftragt. (Foto: Primagas)

Ungestörte Optik im Kloster-/Schulhof: Der überfahrbare Flüssiggastank wurde inklusive Domschacht komplett in der Erde versenkt. Von außen ist nur der Domschachtdeckel sichtbar. (Foto: Primagas)

Komponenten eines smartblocks. (Foto: KW Energie)

Herzstück des Klosters ist die Pfarr-und Abteikirche Mariä Himmelfahrt, die wohl spektakulärste Rokoko-Kirche der Gebrüder Asam. Der junge Egid Quirin Asam schuf hier als Architekt und wichtigster Ausstatter sein erstes eigenständiges Werk. Den Altar mit der Himmelfahrt Mariens inszenierte er als Theatrum Sacrum. (Foto: Redaktion)

 

Nach der Mittagshore, dem traditio­nellen Mittagsgebet der Mönche in der Klosterkirche, fanden sich Abt Bögle, Pater Markus und der Geschäfts­führer der Bayernwerk Natur, Franco Gola, mit Gästen in der heutigen Technikzentra­le ein. Von dem ehemaligen Heizraum aus wurde das Kloster seit dem Jahr 1133 mit Holz und bis vor Kurzem noch mit Öl be­heizt. Jetzt steht hier ein neues Blockheiz­kraftwerk, das Energie durch die Verbren­nung von Flüssiggas erzeugt. Damit hat sich das Kloster für eine klimaschonende und dezentrale Alternative zu konventio­neller Energieversorgung entschieden.

 

Ein Schritt in Richtung Autarkie

Die dezentrale Energieversorgung mit lei­tungsungebundenem BHKW entspricht dem Grundgedanken vom Kloster als tra­ditionell weitgehend autarker Gemein­schaft . Mit der neuen Anlage können die Klos­terbrüder rund 260.000 kWh „blauen“ Strom selbst erzeugen und damit rund 70 % ihres  Eigenbedarfs decken. Der benötigte Reststrom wird aus dem vor­gelagerten öffentlichen Netz zugekauft, überschüssig erzeugter Strom ins öffentliche Netz zurückgespeist. Die zeit­gleich erzeugte Wärmeenergie aus der  Anlage (über 535.000 kWh) beheizt die vielen Räume des Klosters in der Grund­last. Der Hauptwärmeverbrauch der Lie­genschaft  wird aus einer CO2-­neutralen Hackschnitzelheizung bedient.

 

Effizient und klimaschonend 

Durch eine effiziente Nutzung der Abwär­me erreicht das neue Blockheizkraftwerk einen Wirkungsgrad von 96 %. Konven­tionelle Großkraftwerke schneiden im Vergleich dazu deutlich schlechter ab: Ihr Wirkungsgrad liegt bei rund 40 %. Zudem lassen sich mit dieser Anla­ge dank des CO2­-armen Energieträgers Flüssiggas im Vergleich zu dem bisher genutzten Erdöl rund 75 t Kohlendioxid jährlich einsparen.

 

Verantwortungsvoll im Umgang mit der Schöpfung

Abtpräses Bögle machte bei der Segnung deutlich, dass man mit klimaschonenden Anlagen wie dieser der Verantwortung vor Gott im Umgang mit Natur und Umwelt ein Stück weit gerecht werden kann: „Ich bin überzeugt davon, dass dieses Werk, das wir heute segnen, zum Erhalt und zur Bewahrung der Schöpfung beiträgt. Wir leben in einem der schönsten Länder dieser Erde und haben die Verpflichtung, dieses Land zu erhalten“, sagte er.

 

Auf dem Weg in die Klimaneutralität

Projektiert und realisiert wurde die neue KWK­-Anlage von der Bayernwerk Natur GmbH. Schon seit Längerem ist das Un­ternehmen ein Partner der Benediktiner­abteien in Niederbayern, wenn es um in­telligente Lösungen in der Energieversor­gung geht. So hat man mit den Brüdern des Klosters Metten im Landkreis Deggen­dorf bereits 2013 ein ähnliches Projekt – allerdings mit Erdgas  – verwirklicht. Das BHKW im Kloster Rohr ist für die Tochter der Bayernwerk AG ein weiterer Schritt auf dem Weg in Richtung kli­maneutrales Unternehmen.

Die Installa­tion weiterer BHKWs ist geplant bzw. in Arbeit. Franco Gola, Geschäftsführer der  Bayernwerk Natur, gibt Einblicke in die ehrgeizigen Ziele seines Unternehmens: „Bis 2040 wollen wir im Eon­-Konzern  vollkommen klimaneutral sein und un­sere Kunden perspektivisch mit aus­schließlich klimaneutralen Produkten versorgen.“ Als Bayernwerk Natur habe man dabei  natürlich den Anspruch, das früher zu schaffen.

 

Bedarfsgerechte Planung

Voraussetzung für ein maßgeschneidertes  umweltfreundliches Energiekonzept ist die genaue Analyse des Energiebedarfs und der örtlichen Gegebenheiten. Bei der Potenzialermittlung müssen vielerlei  Kriterien berücksichtigt werden. Lother Billert, Key Account Manager im Bereich Lösungsentwicklung B2B bei der Bayern­werk Natur, nennt einige der wichtigen Fragen: „Wo kann man Energie einspa­ren? Wie können die Produktionsanlagen optimiert werden? Welche Technik muss eingesetzt werden, um das bestmögliche  Ergebnis zu erzielen – BHKW, Mikrogas­turbinen, Wärmepumpen, Brennstoff­zellen, Batteriespeicher zum Kappen von Netzspitzen usw.? Welcher Energieträger ist unter den gegebenen Umständen sinn­voll? Welche Vorteile bringt dem Kunden ein Kauf­ oder ein Mietvertrag?“ All diese Punkte werden sorgfäl­tig  gegeneinander abgewogen, bis es zur Erstellung eines Vertragsangebots an den Kunden kommt. Akzeptiert er, über nehmen die Kollegen aus der Tech­nik die optimierte Detailplanung, so wie Johannes Mayer beim Kloster Rohr.

 

Rahmenbedingungen

Beim Kloster Rohr war als Besonderheit ein hoher Wärme-­ und Warmwasserbe­darf zu berücksichtigen. Zur Optimierung der Energiebilanz bot sich daher der Ein­satz eines BHKWs an, das vom Orden käuf­lich erworben wurde. Das Kloster ist nicht an das öffentliche Gasnetz angeschlossen. Da eine Anbindung aus Kostengründen nicht infrage kam, entschied man sich für Flüssiggas als Energieträger. Mit Erdgas wäre nach Auskunft von Lothar Billert der Er­trag bei der Stromerzeugung etwa um ca. 8 % höher ausgefallen.

 

BHKW

Mit den Blockheizkraftwerken der Marke „smartblock“ hat die Bayernwerk Natur bereits gute Erfahrungen gemacht. Die Angebotspalette des Herstellers, der KW Energie GmbH, umfasst bedarfsgerecht gestaffelt BHKWs mit einer Leistung von von 7,5 bis 75 kW elektrischer Leistung. Sie sind für unterschiedliche Kraftstoffe wie Erdgas, Flüssiggas und Biogas ge­eignet. Nach entsprechenden Anpas­sungen und Tests wurden sie nun auch als H2ready freigegeben, können also in Zukunft auch problemlos mit Wasserstoff betrieben werden. Gerätetypisch sind kompakte Abmes­sungen, ein leises Betriebsgeräusch so­wie innovative Lösungen, die die Wirt­schaftlichkeit erhöhen und Installation, Wartung und Betrieb erleichtern und op­timieren. Für seine Minikraftwerke der Baureihe „smartblock“ wurde KW Ener­gie als erster Hersteller mit dem Zertifikat „Blauer Strom/Blaue Wärme“ des Bundes­verbands KWK ausgezeichnet.

Im Kloster Rohr kommt ein smart­block 33 (mit 33 kWeL) im Netzparallel­betrieb zum Einsatz. Da das Kloster Niederspannungskunde ist, wurde die Anlage mit einem verschleißarmen asyn­chronen Generator ausgestattet.

 

Flüssiggasversorger

Als Eigentümer und Betreiber des BHKWs kümmerte sich das Kloster selbst um die Auswahl des Energieversorgers. Aufgrund einer Empfehlung über das Primagas­-Vermittler­-Netzwerk ging der Auftrag an die Primagas Energie GmbH & Co. KG. Der Krefelder Flüssiggasversorger  gehört zu den größten seiner Branche und liefert deutschlandweit aus. Mit 250 Mitarbeitern im Innen-­ und Außendienst sowie mehr als 3000 Vertriebspartnern verfügt er über ein flächendeckendes Ser­vicenetz. Außerdem zeichnet sich das Unter­nehmen durch sein Engagement im Be­reich Klimaschutz aus: Bereits seit 2015 bietet es unter dem Namen „KlimaLiebe“ ein klimaneutrales Flüssiggas an. 2017 hat es sich durch den Erwerb von Klima­zertifikaten komplett klimaneutral ge­stellt. Als Pionier in Sachen  BioLPG ist Primagas der einzige Anbieter in Deutsch­land, der biogenes Flüssiggas vertreibt. Im Vergleich zum ohnehin umweltfreund­lichen konventionellen Flüssiggas redu­zieren sich bei BioLPG – je nach Rohstoff­einsatz bei der Herstellung – die CO2­-Emis­sionen nochmals um ca. 40 bis 90 %.

Eingerichtet wurde die Flüssiggas­anlage durch die Primagas in Zusammen­arbeit mit ihren lokalen Fachhandwerks­partnern vor Ort. Für den Betrieb der  neuen Anlage wurde ein Verbrauch von ca. 50 t Flüssiggas pro Jahr veranschlagt. Im Gegensatz zur BHKW­-Anlage wur­de die Flüssiggasanlage gemietet.

 

Flüssiggaslagerung

Das benötigte Flüssiggas lagert im Klos­terinnenhof unterirdisch in einem 2,9­-t-­Tank unter 1 m Erddeckung. Da die Zufahrt zur Anlieferung des Be­hälters bzw. für die zukünftigen Gaslie­ferungen unterkellert ist, war zunächst eine Überprüfung der Statik erforderlich, um zu gewährleisten, dass Behälter und Flüssiggas problemlos per Lkw angelie­fert werden können. Der Hof wird als Schulhof für das Johannes­-Nepomuk­-Gymnasium der Be­nediktiner genutzt. Ca. 500 Schülerinnen und Schüler verbringen hier ihre Pausen. Nicht zuletzt aus diesem Grund war es wichtig, den Flüssiggasbehälter komplett zu versenken. Außerdem sollte der erd­gedeckte Behälter voll überfahrbar sein. Daraus ergaben sich erhöhte Anforderun­gen: an die Wandungsdicke des Tanks, an die Verdichtung der Erddecke und an die Konstruktion des Deckels, der bis zu 12,5 t Achslast tragen können muss. Mit der Einlagerung des Behälters wurde ein Tiefbauunternehmen aus der Region beauftragt.

 

Weitere Projekte

In der letzten Zeit hat die Bayernwerk  Natur bereits sechs weitere Objekte von Erdöl auf Flüssiggasbetrieb umgestellt. Die Kunden kommen aus unterschied­lichen Branchen, wie z. B. Hotel und Gast­stätten, Krankenhäuser und Senioren­heime, Industrie und Gewerbe. Einige weitere zukunftsweisende Pro­jekte dieser Art sind in Planung.

 

www.bayernwerk.de

www.kwenergie.de

www.primagas.de

 

 

 


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